{"id":207,"date":"2014-02-18T01:35:03","date_gmt":"2014-02-18T00:35:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.labyrinth-shg.de\/?page_id=207"},"modified":"2015-02-06T16:27:14","modified_gmt":"2015-02-06T15:27:14","slug":"tipps-fuer-den-umgang-mit-demenzkranken","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.labyrinth-shg.de\/?page_id=207","title":{"rendered":"Umgang mit Demenzkranken"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Beim Umgang mit dementen Menschen kann es keinen \u201eK\u00f6nigsweg&#8220; geben. Dazu sind Krankheitsbild und -verlauf zu vielf\u00e4ltig, wie auch die Pers\u00f6nlichkeiten der betroffenen Kranken, ihre Lebensl\u00e4ufe, Bed\u00fcrfnisse und Neigungen. Wir fassen hier einige der wichtigsten Hinweise zusammen, die zur Vermeidung von Konfliktsituationen n\u00fctzlich sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Demenz verursacht Orientierungs- und Kontrollverlust. Das macht unsicher und \u00e4ngstlich. Wahrnehmungsst\u00f6rungen und nachlassende Erkenntnisf\u00e4higkeit lassen oft Situationen entstehen, in deren Verlauf sich Konflikte anbahnen k\u00f6nnen, wenn die in der Umgebung von Demenzkranken lebenden Menschen sich dieser Faktoren nicht bewusst sind. Es ist f\u00fcr Angeh\u00f6rige besonders wichtig, sich mit den durch die Krankheit verursachten m\u00f6glichen Pers\u00f6nlichkeitsver\u00e4nderungen vertraut zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ziel aller Hilfestellungen f\u00fcr Demenzkranke muss ein weitestgehend selbstbestimmtes und w\u00fcrdevolles Leben sein. Das soziale Umfeld kann mit recht einfachen Mitteln Orientierungshilfen geben. Wegweiser und Kennzeichnung von R\u00e4umen durch Symbole oder Bilder erleichtern die r\u00e4umliche Orientierung. Gro\u00dfe, leicht ablesbare Uhren und Kalender mit Markierung des aktuellen Tages und Angabe des Wochentags und Monats helfen bei der zeitlichen Einordnung. Vereinfachung der Kleidung &#8211; Klettverschl\u00fcsse statt Schn\u00fcrb\u00e4nder -, gut lesbare Zettel mit Darstellung von Handlungsabl\u00e4ufen und deren Abfolge erhalten Selbstst\u00e4ndigkeit. Einrichtungsgegenst\u00e4nde mit Gefahrpotenzialen k\u00f6nnen mit technischen Ma\u00dfnahmen entsch\u00e4rft oder gesichert werden. Elektrische Schaltuhren, gro\u00dfe Zusatzschalter, Ersatz von Gasger\u00e4ten, aber auch die Entfernung rutschgef\u00e4hrdeter Teppiche und L\u00e4ufer, Verwendung rutschfester Bodenbel\u00e4ge, Installation von Haltevorrichtungen und eventueller Ersatz von Glasm\u00f6beln tragen dazu bei, die Verrichtungen des Alltags sicherer zu gestalten und damit l\u00e4nger zu erm\u00f6glichen. Die sinnvollen und n\u00f6tigen Vorkehrungen richten sich nach dem Einzelfall und sind mit intensiven Beobachtungen feststellbar. Es ist nicht hilfreich, Demenzkranken alle Arbeiten abzunehmen. Die eigene Leistung gibt Selbstbest\u00e4tigung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Demenzkranke ist eine auf ihre Gewohnheiten und Vorlieben aufgebaute Tagesstruktur wichtig. Fr\u00fchaufsteher werden verwirrt, wenn sie bis zum sp\u00e4ten Vormittag schlafen sollen (und umgekehrt). Mahlzeiten sind Eckpfeiler eines\u00a0 strukturierten Tagesablaufs, eine ausgewogene Mischung aus anregenden Aktivit\u00e4ten und entspannenden Ruhezeiten gibt Dementen Orientierung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sicherheit ist auch \u00fcber die Kommunikation vermittelbar. Sprechen Sie mit Dementen laut und deutlich, in einfachen S\u00e4tzen und ruhig. Vergewissern Sie sich zum Beispiel durch Blickkontakt, dass Ihre Ansprache angenommen wird. W\u00e4hlen Sie einen gleichm\u00e4\u00dfigen Sprachrhythmus. Vermeiden Sie \u00dcberforderungen. Stellen Sie Fragen, die mit \u201eja&#8220; oder \u201enein&#8220; beantwortet werden k\u00f6nnen. Beschr\u00e4nken Sie Auswahlm\u00f6glichkeiten, also\u00a0\u201em\u00f6chtest Du Erbsensuppe oder M\u00f6hren?&#8220;, unterbreiten Sie aber nicht ein Angebot von vielen Men\u00fcs. Weisen Sie Demente nicht zurecht und ersparen Sie sich und ihnen Kritik und Diskussionen. Insbesondere S\u00e4tze mit \u201eaber Du wei\u00dft doch &#8230; &#8220; sind meist nicht zielf\u00fchrend. Lassen Sie sich in einer Unterhaltung nicht von Ihrer Geduld abbringen, wenn Demente aggressiv reagieren. Wahrnehmungsst\u00f6rungen und Kontrollverlust f\u00fchren oft dazu, dass Angeh\u00f6rige zu Unrecht beschuldigt werden. Daf\u00fcr ist die verlegte Geldb\u00f6rse ein klassisches Beispiel. Demente bezichtigen dann oft nahe Angeh\u00f6rige, das Geld gestohlen zu haben. Bleiben Sie auch in dieser Situation ruhig. Schlagen Sie beispielsweise vor, gemeinsam nach der Geldb\u00f6rse zu suchen. Auch hier ist die genaue Beobachtung der Kranken n\u00fctzlich. Wo wird die Geldb\u00f6rse h\u00e4ufig \u201eversteckt&#8220;? Eine Diskussion oder gar ein Streitgespr\u00e4ch f\u00fchrt nur zur Eskalation. Bedenken Sie, dass die Kranken nicht aus \u00dcberzeugung so denken; die Krankheit ist der Ausl\u00f6ser.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine sehr umfangreiche Empfehlungsliste finden Sie auch in der Rubrik <a title=\"Angeh\u00f6rige - Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V.\" href=\"http:\/\/www.deutsche-alzheimer.de\/angehoerige.html\" target=\"_blank\">\u201eAngeh\u00f6rige&#8220;<\/a> der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V..<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Umgang mit dementen Menschen kann es keinen \u201eK\u00f6nigsweg&#8220; geben. Dazu sind Krankheitsbild und -verlauf zu vielf\u00e4ltig, wie auch die Pers\u00f6nlichkeiten der betroffenen Kranken, ihre Lebensl\u00e4ufe, Bed\u00fcrfnisse und Neigungen. 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