{"id":197,"date":"2014-02-18T01:18:53","date_gmt":"2014-02-18T00:18:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.labyrinth-shg.de\/?page_id=197"},"modified":"2026-02-09T16:51:56","modified_gmt":"2026-02-09T15:51:56","slug":"demenz-und-alzheimer-erkrankungen","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.labyrinth-shg.de\/?page_id=197","title":{"rendered":"Demenz und Alzheimer"},"content":{"rendered":"<h2>Begriffsbestimmungen<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit <strong>\u201eDemenz&#8220;<\/strong> wird ein Syndrom geistiger und k\u00f6rperlicher St\u00f6rungen bezeichnet, deren Ausl\u00f6ser eine Erkrankung des Gehirns ist. Die Art der St\u00f6rungen wirkt auf alle Lebensbereiche der Betroffenen und ihr soziales Gef\u00fcge. Demenz tritt fast ausschlie\u00dflich im hohen Lebensalter auf. Sie ist die am h\u00e4ufigsten auftretende <a title=\"Gerontopsychiatrie - Wikipedia\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gerontopsychiatrisch\">gerontopsychiatrische<\/a> St\u00f6rung. Die Entwicklung der Alterspyramide unserer Gesellschaft zieht zwangsl\u00e4ufig eine Zunahme der Krankheitsf\u00e4lle nach sich. Manche Statistiker bef\u00fcrchten eine neue Volkskrankheit. Zu diesem Thema wird auf allen Fachgebieten vielschichtig geforscht, dennoch gibt es bisher keine Aussicht auf Heilung. Beruhigende und angstmindernde Medikamente und eine fachkundige zugewandte Pflege helfen, das Leiden der Kranken zu lindern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Begriff Demenz ist in der internationalen Klassifikation der Krankheiten (<a title=\"Bundesinstitut f\u00fcr Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)\" href=\"https:\/\/klassifikationen.bfarm.de\/icd-10-gm\/kode-suche\/htmlgm2024\/block-f00-f09.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ICD-10-GM Version 2024, Kapitel V<\/a>) wie folgt definiert:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Demenz (F00-F03) ist ein Syndrom als Folge einer meist chronischen oder fortschreitenden Krankheit des Gehirns mit St\u00f6rung vieler h\u00f6herer kortikaler Funktionen, einschlie\u00dflich Ged\u00e4chtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernf\u00e4higkeit, Sprache und Urteilsverm\u00f6gen. Das Bewusstsein ist nicht getr\u00fcbt. Die kognitiven Beeintr\u00e4chtigungen werden gew\u00f6hnlich von Ver\u00e4nderungen der emotionalen Kontrolle, des Sozialverhaltens oder der Motivation begleitet, gelegentlich treten diese auch eher auf. Dieses Syndrom kommt bei Alzheimer-Krankheit, bei zerebrovaskul\u00e4ren St\u00f6rungen und bei anderen Zustandsbildern vor, die prim\u00e4r oder sekund\u00e4r das Gehirn betreffen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die h\u00e4ufigste Form der Demenz ist die <strong>Alzheimer<\/strong>-Krankheit. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschrieb der deutsche Psychiater und Neuropathologe Alois Alzheimer die Krankheit der Patientin Auguste Deter und untersuchte nach ihrem Tod die Ver\u00e4nderungen in ihrem Gehirn. Die Krankheit ist trotz gro\u00dfer Anstrengungen der Wissenschaft noch nicht vollst\u00e4ndig erforscht. Die Ursachen der Krankheit sind noch unbekannt. Im Gehirn von Alzheimer-Kranken k\u00f6nnen zwei deutliche krankheitsbedingte Eiwei\u00dfansammlungen: amyloide Plaques und Fibrillen nachgewiesen werden. \u00dcber den Stand der medizinischen und klinischen Erkenntnisse lassen sich in der auch im Internet ver\u00f6ffentlichten Literatur zahlreiche Quellen finden. Wir beschr\u00e4nken uns auf die Pr\u00e4sentation eines sehr anschaulichen Videos der <a title=\"Alzheimer Forschung\" href=\"http:\/\/www.alzheimer-forschung.de\/alzheimer-krankheit\/index.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Alzheimer Forschung Initiative e. V.<\/a><span style=\"text-decoration: underline;\">. <\/span>Die Initiative betreibt einen eigenen <a title=\"YouTube\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/user\/AlzheimerForschung?gl=DE&amp;hl=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">YouTube-Kanal<\/a> mit vielen weiteren informativen Videos.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/paquj8hSdpc?feature=player_embedded\" width=\"640\" height=\"360\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weitere Demenzformen, die auch als Mischformen auftreten k\u00f6nnen, sind auf hirnorganische Erkrankungen zur\u00fcckzuf\u00fchren &#8211; hier spricht man von prim\u00e4rer Demenz &#8211; oder treten als Folge anderer Erkrankungen auf, als sekund\u00e4re Demenz. Wir nennen hier nur ein paar gel\u00e4ufige Begriffe, ohne sie n\u00e4her zu erl\u00e4utern, da es dazu hinreichend Literatur gibt: Vaskul\u00e4re Demenz (Durchblutung, Infarkte), Frontotemporale Demenz oder Pick-Krankheit (Gendefekt), Lewy-K\u00f6rperchen Demenz (Dopaminverringerung), Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (Infekt, sehr selten), Chorea Huntington (Erbkrankheit), Korsakow-Syndrom (Alkoholabusus, Infektionen) Ausf\u00fchrliche Publikationen bietet die <a title=\"Alzheimer Gesellschaft Selbsthilfe\" href=\"http:\/\/www.deutsche-alzheimer.de\/die-krankheit.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V.<\/a> an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wichtiger f\u00fcr unsere Arbeit ist die Betrachtung der Krankheitssymptome und die Art, damit umzugehen, um insbesondere pflegenden Angeh\u00f6rigen Hilfestellung zu geben.<\/p>\n<h2>Symptome<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">So vielf\u00e4ltig die Formen der Demenz sind, so unterschiedlich sind auch die Symptome der Krankheit und von ihr verursachten Defizite der Betroffenen. Zudem ist jeder Mensch ein Individuum, dessen Eigenschaften und Verhaltensweisen nicht schematisiert werden k\u00f6nnen. Erscheinungsformen und Auswirkungen lassen sich nicht eindeutig beschreiben. Im Zweifel sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden.<\/p>\n<p><strong>Vergesslichkeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die mit der Demenz einhergehenden hirnorganischen Ver\u00e4nderungen bewirken Minderungen mentaler F\u00e4higkeiten. Das h\u00e4ufigste und meist zuerst auftretende Defizit macht sich als St\u00f6rung vor allem des Kurzzeitged\u00e4chtnisses bemerkbar. Die Erinnerung an Vorkommnisse der j\u00fcngsten Vergangenheit geht verloren, w\u00e4hrend die Erinnerung an lange Zur\u00fcckliegendes erhalten bleibt. In sp\u00e4teren Stadien der Krankheit geht die Ged\u00e4chtnisleistung immer weiter zur\u00fcck. Bekannte Personen werden verwechselt bis auch Freunde, Bekannte und Familienangeh\u00f6rige nicht mehr erkannt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die zu Beginn der Demenz eintretenden Erinnerungsdefizite m\u00fcssen gegen normale St\u00f6rungen abgegrenzt werden. Jeder hat schon mal vergessen, wo der Schl\u00fcssel ist. Die Suche nach der Brille und das \u201eB\u00fcgeleisensyndrom&#8220; &#8211; die qu\u00e4lende Frage vornehmlich nach Antritt einer Urlaubsreise: \u201eHabe ich das B\u00fcgeleisen \/ den Herd ausgeschaltet?&#8220; &#8211; sind nicht zwingend erste Anzeichen einer Demenz. Warnzeichen kann aber die H\u00e4ufung oder Regelm\u00e4\u00dfigkeit von Ged\u00e4chtnisst\u00f6rungen sein.<\/p>\n<p><strong>Abnahme der Lernf\u00e4higkeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Lernf\u00e4higkeit geht verloren, weil sie auf der Aufnahme, Speicherung und Verkn\u00fcpfung von Informationen beruht. Das Ged\u00e4chtnis spielt in dem Zusammenhang eine Hauptrolle. Seine Fehlfunktion verhindert die Speicherung neuer Kenntnisse und ihre Verbindung mit schon vorhandenen. Als Folge f\u00e4llt es Dementen schwer, sich auf ver\u00e4nderte Gegebenheiten und neue Situationen einzustellen.<\/p>\n<p><strong>Orientierungsverlust<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Verschlechterung der Erinnerung gehen Orientierungsm\u00e4ngel einher. Vor allem das Zurechtfinden in fremder Umgebung f\u00e4llt schwer. Die Kranken verlaufen sich und finden nicht mehr an den Ausgangspunkt zur\u00fcck. Bei fortschreitender Demenz wird auch die heimische und sogar die h\u00e4usliche Umgebung fremd, wenn Ver\u00e4nderungen darin vorgenommen werden. Das f\u00fchrt dazu, dass Demente sich im Wohnviertel nicht mehr zurechtfinden und die Wohnung nicht wiederfinden. Mit diesem Thema hat sich unter anderen auch ein 15-j\u00e4hriger besch\u00e4ftigt und einen <a title=\"Erfindung eines innovativen Sensors\" href=\"http:\/\/www.trendsderzukunft.de\/15-jaehriger-junge-erfindet-innovativen-sensor-fuer-alzheimer-patienten-namens-safewanderer\/2014\/10\/26\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201einnovativen Sensor&#8220;<\/a> erfunden. Neben r\u00e4umlichen sind auch zeitliche Orientierungsprobleme zu beobachten. Dabei gehen der Bezug zum Wochentag oder zur Tages- oder Jahreszeit verloren. Die zeitliche Einordnung vergangener Ereignisse f\u00e4llt schwer.<\/p>\n<p><strong>Sprachdefizite<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wortfindungsst\u00f6rungen in einfacher Form hat jeder Mensch. Ihnen f\u00e4llt ein Name, ein Fremdwort oder ein Begriff nicht ein. Sie umschreiben das momentan fehlende Wort mit anderen W\u00f6rtern gleicher Bedeutung. Demenzkranke ersetzen jedoch fehlende W\u00f6rter durch solche mit anderer Bedeutung. Diese Artikulationsprobleme erschweren die Kommunikation und k\u00f6nnen sie sogar unm\u00f6glich machen. Die Defizite k\u00f6nnen bei fortschreitender Demenz \u00fcber die Unf\u00e4higkeit, S\u00e4tze zu bilden, bis zur Sprachlosigkeit f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Minderung des Entscheidungsverm\u00f6gens<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Abnahme der F\u00e4higkeit, Situationen richtig zu beurteilen und daraus passende Schl\u00fcsse zu ziehen, schr\u00e4nkt das Entscheidungsverm\u00f6gen ein. Das ist unter anderem daran zu erkennen, dass Demenzkranke ihre Kleidung nicht den Witterungsbedingungen oder anderen Gegebenheiten anpassen, ohne Schuhe nach drau\u00dfen gehen oder mehrere gleichartige Kleidungsst\u00fccke \u00fcbereinander anziehen. Bei Verrichtungen des Alltags benutzen sie falsche Werkzeuge oder legen Gegenst\u00e4nde an \u201eungew\u00f6hnlichen\u201d Orten ab und finden sie nicht wieder. Nicht selten liegt die Brille in der Butterdose, gebrauchtes Geschirr im Kleiderschrank und getragene W\u00e4sche im K\u00fchlschrank. Das geminderte Urteilsverm\u00f6gen beeintr\u00e4chtigt sinnvolle Entscheidungen f\u00fcr wichtige Dinge des Alltags. Vertragsabschl\u00fcsse und finanzielle Verf\u00fcgungen, sowie Vorhaben zur medizinischen Versorgung k\u00f6nnen zu Problemen f\u00fchren. Auch der k\u00f6rperliche Pflegezustand kann durch Vernachl\u00e4ssigung der Hygiene darunter leiden.<\/p>\n<p><strong>nachlassende Handlungsfertigkeiten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die F\u00e4higkeiten zu allt\u00e4glichen Verrichtungen nehmen ab. Demente bekommen zum Beispiel Probleme beim Ankleiden und Kochen, weil die Kenntnis \u00fcber die Reihenfolge der Handlungsabl\u00e4ufe nicht mehr parat ist. Auch die Bedienung gebr\u00e4uchlicher technischer Ger\u00e4te wie Fernbedienungen, Herd, Telefon, Auto fallen schwer und werden im fortgeschrittenen Krankheitsstadium unm\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>Einschr\u00e4nkung des Abstraktionsverm\u00f6gens<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Umgang mit Zahlen und Geld erfordert ein hohes Ma\u00df an Abstraktionsverm\u00f6gen. Die Krankheit und ihre Folgen schr\u00e4nken diese F\u00e4higkeiten ein. Demenzkranke k\u00f6nnen schlechter rechnen. Sie neigen dazu, Geld f\u00fcr falsche Dinge oder in unangemessener H\u00f6he auszugeben, weil sie den Wert des Geldes nicht einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen. Die Handhabungen bei gew\u00f6hnlichen Bankgesch\u00e4ften wie \u00dcberweisungen und Kontof\u00fchrung werden fremd. Rechnungen werden nicht beglichen. Allgemein gehen L\u00f6sungsfindungen bei Problemstellungen verloren.<\/p>\n<p><strong>Bewegungseinschr\u00e4nkungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Verlauf der Krankheit wird die Muskulatur abgebaut. Verschlimmerung von Sprachst\u00f6rungen und M\u00e4ngel der Bewegungsf\u00e4higkeit sind die Folge. Zus\u00e4tzlich k\u00f6nnen Haltungssch\u00e4den eintreten. Die Sch\u00e4den am gesamten Muskelapparat f\u00fchren zu Inkontinenz.\u00a0 Die Mobilit\u00e4t nimmt ab. Oft wird ein Rollstuhl ben\u00f6tigt oder die Patienten werden bettl\u00e4gerig.<\/p>\n<p><strong>Pers\u00f6nlichkeitsver\u00e4nderungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">H\u00e4ufig werden bei Demenzpatienten Ver\u00e4nderungen der Pers\u00f6nlichkeitsstruktur beobachtet. Ver\u00e4nderte Wahrnehmungen rufen \u00c4ngste und Agressionen hervor. Auch Distanzverlust und euphorische Leutseligkeit kann durch die Krankheit verursacht werden. Ebenso sind v\u00f6llig unangemessene Reaktionen in verschiedenen Situationen m\u00f6glich. Die jeweilige Stimmungslage ist nicht mehr einsch\u00e4tzbar und kann ohne erkennbaren Anlass pl\u00f6tzlich umschlagen. Vor allem nahe Angeh\u00f6rige m\u00fcssen oft ungerechtfertigte Anschuldigungen und Beschimpfungen ertragen. Vormals vornehme zur\u00fcckhaltende Menschen rei\u00dfen in Folge der Krankheit Zoten, fluchen oder deklamieren \u00fcble Parolen, vermutlich verursacht durch den krankheitsbedingten Kontrollverlust. Wahrnehmungsst\u00f6rungen k\u00f6nnen sich in einem egozentrischen Pers\u00f6nlichkeitsbild manifestieren.<\/p>\n<p><strong>\u00a0Res\u00fcmee<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Aufz\u00e4hlung von Symptomen erhebt keinen Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit. Es treten auch nicht alle Symptome bei jeder Demenzerkrankung auf. Ebenso unterscheiden sich der Grad und die Auspr\u00e4gung der Symptome v\u00f6llig individuell. Die einzig erkennbare Regelm\u00e4\u00dfigkeit ist ihre Verschlimmerung im Verlauf der Demenz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Darstellung soll zum Verst\u00e4ndnis des sozialen Umfelds f\u00fcr die Leiden der Dementen beitragen und helfen, ihnen ad\u00e4quat zu begegnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist zu begr\u00fc\u00dfen, dass in die Planung von Krankenh\u00e4usern inzwischen die Einrichtung eigener Demenzstationen zur besseren Betreuung und Versorgung dieser Patientengruppe einbezogen werden.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Aus Forschung und Wissenschaft<\/h2>\n<p>Pressemitteilung vom 11.03.2015<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.labyrinth-shg.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/newsimage259450.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-627\" src=\"http:\/\/www.labyrinth-shg.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/newsimage259450-262x300.jpg\" alt=\"Dr. Ralf Braun\" width=\"262\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.labyrinth-shg.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/newsimage259450-262x300.jpg 262w, http:\/\/www.labyrinth-shg.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/newsimage259450-897x1024.jpg 897w, http:\/\/www.labyrinth-shg.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/newsimage259450-200x228.jpg 200w, http:\/\/www.labyrinth-shg.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/newsimage259450.jpg 1544w\" sizes=\"(max-width: 262px) 100vw, 262px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.labyrinth-shg.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/newsimage259451.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft  wp-image-628\" src=\"http:\/\/www.labyrinth-shg.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/newsimage259451-300x165.jpg\" alt=\"Mitochondrien\" width=\"398\" height=\"219\" srcset=\"http:\/\/www.labyrinth-shg.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/newsimage259451-300x165.jpg 300w, http:\/\/www.labyrinth-shg.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/newsimage259451-1024x565.jpg 1024w, http:\/\/www.labyrinth-shg.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/newsimage259451-272x150.jpg 272w, http:\/\/www.labyrinth-shg.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/newsimage259451-500x277.jpg 500w, http:\/\/www.labyrinth-shg.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/newsimage259451-1200x661.jpg 1200w, http:\/\/www.labyrinth-shg.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/newsimage259451-200x110.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 398px) 100vw, 398px\" \/><\/a><\/p>\n<h2>Den Ursachen der Alzheimer-Erkrankung auf der Spur: Neue Einsichten in zellbiologische Prozesse<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Christian Wi\u00dfler <em>Mediendienst Forschung<\/em><\/strong><br \/>\n<a title=\"Website Universit\u00e4t Bayreuth\" href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/institution4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Universit\u00e4t Bayreuth <\/a><br \/>\n<em>Die zellbiologischen Prozesse, die neurodegenerative Erkrankungen verursachen oder verst\u00e4rken, sind bis heute nur unzureichend erforscht. Ein internationales Team um Dr. Ralf Braun von der Universit\u00e4t Bayreuth und Prof. Dr. Frank Madeo von der Universit\u00e4t Graz hat jetzt molekulare Zusammenh\u00e4nge entdeckt, die dazu beitragen k\u00f6nnen, insbesondere die Entstehung und den Verlauf der Alzheimer-Krankheit besser zu verstehen.<\/em><br \/>\nIn der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift \u201eCell Reports\u201c stellen die Wissenschaftler aus Bayreuth und Graz zusammen mit Partnern aus Maastricht, Freiburg und Paris ihre Forschungsergebnisse vor. Die neuen Erkenntnisse, die sie in enger Kooperation gewonnen haben, werden m\u00f6glicherweise dabei helfen k\u00f6nnen, medizinische Wirkstoffe gegen die Alzheimer-Krankheit zu entwickeln.<\/p>\n<p>Gest\u00f6rter Proteinabbau f\u00f6rdert die Vergiftung von Nervenzellen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon seit l\u00e4ngerer Zeit ist bekannt, dass sich in den Nervenzellen von Alzheimer-Patienten gr\u00f6\u00dfere Mengen mutierter Ubiquitin-Molek\u00fcle ansammeln. Diese hohe Konzentration st\u00f6rt den Abbau von Zellproteinen und sch\u00e4digt die Mitochondrien, die als \u201aKraftwerke der Zelle\u2018 lebenswichtige Stoffwechsel-Funktionen erf\u00fcllen. Infolgedessen schreitet die Degeneration der Nervenzellen weiter voran.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Autoren der neuen Studie haben nun genauer analysieren k\u00f6nnen, auf welche Weise mutiertes Ubiquitin den Fortschritt der Krankheit bef\u00f6rdern k\u00f6nnte. Der gest\u00f6rte Proteinabbau hat n\u00e4mlich zur Folge, dass in und an den Mitochondrien der Zellen vermehrt basische Aminos\u00e4uren \u2013 n\u00e4mlich Arginin, Lysin und Ornithin \u2013 gebildet werden. Der Anstieg dieser Aminos\u00e4uren erzeugt in den Zellen oxidativen Stress. Dies f\u00fchrt zu einer Sch\u00e4digung der Mitochondrien. Infolgedessen setzen die Mitochondrien das Protein Cytochrom c sowie weitere Faktoren frei, die den Tod der Zelle ausl\u00f6sen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein Protein sch\u00fctzt die Mitochondrien, die \u201aKraftwerke der Zellen\u2018<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Forschungsgruppe hat aber zugleich einen Mechanismus entdeckt, der die Zellen vor den Folgen des mutierten Ubiquitins sch\u00fctzt. Zwar wird die St\u00f6rung des Proteinabbaus durch diesen Mechanismus nicht beseitigt. Aber ein spezielles Protein namens \u201eVms1\u201c ist in der Lage, den Anstieg basischer Aminos\u00e4uren an den Mitochondrien zu unterdr\u00fccken. Auf diese Weise sorgt es daf\u00fcr, dass sich die Ansammlung mutierten Ubiquitins nicht zerst\u00f6rerisch auf die Zellen auswirkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eInteressanterweise ist Vms1 ein Bestandteil des Prozesses, der in der Zelle f\u00fcr einen z\u00fcgigen Proteinabbau sorgt und daran von mutiertem Ubiquitin gehindert wird\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Ralf Braun. \u201eDurch Aktivierung von Vms1 wird ein spezieller Proteinabbauweg verst\u00e4rkt, der die Zellen sch\u00fctzt, aber keinen Einfluss auf die Menge an mutiertem Ubiquitin hat. Um die zellbiologischen Prozesse, die an der Alzheimer-Erkrankung urs\u00e4chlich beteiligt sind, weiter aufkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir jetzt herausfinden, wie genau es dem Protein Vms1 gelingt, die Zellen vor erh\u00f6hten Mengen an basischen Aminos\u00e4uren zu sch\u00fctzen.\u201c Der Bayreuther Zellforscher ist Habilitand am Institut f\u00fcr Zellbiologie der Universit\u00e4t Bayreuth. Er hat f\u00fcr die jetzt in \u201eCell Reports\u201c vorgestellten Untersuchungen eine F\u00f6rderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wissenschaftler haben ihre neuen Erkenntnisse \u00fcberwiegend mithilfe von B\u00e4ckerhefe gewonnen, die h\u00e4ufig als Modellorganismus f\u00fcr zellbiologische Forschungen zum Einsatz kommt. \u201eWir sind derzeit zuversichtlich, dass sich unsere Ergebnisse in weiteren Modellsystemen f\u00fcr die Alzheimer-Krankheit best\u00e4tigen werden\u201c, meint Dr. Braun. \u201eIn diesem Fall wird es eines Tages vielleicht m\u00f6glich sein, die sch\u00fctzende Funktion von Vms1 f\u00fcr die Entwicklung medizinischer Wirkstoffe zu nutzen \u2013 mit dem Ziel, den Verlauf der Alzheimer-Erkrankung zu verlangsamen.\u201c<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlichung:<\/p>\n<p>Braun et al., Accumulation of Basic Amino Acids at Mitochondria Dictates the Cytotoxicity of Aberrant Ubiquitin, in: Cell Reports (2015), Vol. 10(9), pp. 1557-1571,<br \/>\nDOI 10.1016\/j.celrep.2015.02.009<\/p>\n<p>Kontakt:<\/p>\n<p>Dr. Ralf Braun<br \/>\nInstitut f\u00fcr Zellbiologie<br \/>\nUniversit\u00e4t Bayreuth<br \/>\nD-95440 Bayreuth<br \/>\nTelefon: +49 (0)921 55-4311<br \/>\nE-Mail: ralf.braun@uni-bayreuth.de<\/p>\n<p>Merkmale dieser Pressemitteilung:<br \/>\nJournalisten, Lehrer\/Sch\u00fcler, Studierende, Wissenschaftler, jedermann<br \/>\nBiologie, Medizin<br \/>\n\u00fcberregional<br \/>\nForschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen<br \/>\nDeutsch<\/p>\n<p>Die Pressemitteilung finden Sie auch <a title=\"Pressemitteilung Universit\u00e4t Bayreuth\" href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news627191\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Begriffsbestimmungen Mit \u201eDemenz&#8220; wird ein Syndrom geistiger und k\u00f6rperlicher St\u00f6rungen bezeichnet, deren Ausl\u00f6ser eine Erkrankung des Gehirns ist. 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